Eichhörnchen, Biber und Gänse als “Lehrmeister”

Eichhörnchen, Biber und Gänse als “Lehrmeister”

Begeisterte und inspirierende Mitarbeiter, die Mehrwert für den Kunden bringen, sind der Schlüssel zum Erfolg. Ein toll zu lesendes Buch zu diesem Thema hat mir besonders gefallen und ich möchte es hier vorstellen. In einer Rezension auf Amazon findet sich „Dieses Buch sollten Sie lesen. Egal, ob Sie Pädagogin, Führungskraft, Selbständiger oder Trainer sind. Wann immer Sie mit einer Gruppe (oder Teams) von Menschen zu tun haben, werden Ihnen die darin enthaltenen Ratschläge helfen, noch effizienter zu arbeiten und Zufriedenheit für sich und Ihre Team-Kollegen zu erzielen.” [1]

Eichhörnchen, Biber und Gänse als “Lehrmeister” sind ungewöhnlich.  In “Gung Ho! Wie Sie jedes Team in Höchstform bringen” erzählen die Autoren Ken Blanchard, Sheldon Bowles eine wahre Geschichte von einer jungen Geschäftsführerin, die ein unrentables Unternehmen in relativ kurzer Zeit so profitabel gemacht hatte, dass sie in den ganzen Vereinigten Staaten bekannt wurde. Die Schlüsselrolle spielen Eichhörnchen, Biber und Gänse, von denen wir lernen.

Für Führungskräfte und karriereinteressierte Berufseinsteiger ist das Buch deshalb wertvoll, weil es viele Beispiele zu den häufig strapazierten Begriffen “Werte” und “Ziele” bietet: Worin liegt der Unterschied zwischen Werten und Zielen? Welche Bedeutung haben diese Unterschiede für die tägliche Arbeit einer Führungskraft und ihrer Mitarbeiter? Solchen und ähnlichen Fragen gehen die Autoren mit großer Sensibilität nach.

Das beschriebene Unternehmen steht eigentlich kurz vor dem Aus. Es ist gekennzeichnet durch bürokratische Strukturen, Schornsteindenken, Untergangsstimmung, Lustlosigkeit und schlechte Zahlen, als eigentlich ein Untergangskommando. Die vom Vorstand neu eingesetzte Geschäftsführerin betrachtet dieser wohl nur als Alibi, weil das Werk wie so viele andere in seiner Sicht von der Schließung bedroht ist, sollte sich nicht alles radikal umkehren. Die Geschäftsführerin sieht bei ihrem Start all die beschriebenen Signale überall. Bis auf eine Abteilung namens Endfertigung, dort scheint alles komplett anders zu laufen.

Motivierte, begeisterte Mitarbeiter, Top-Zahlen, Stolz auf das Erreichte, überall Sichtbarkeit und Transparenz der Leistungswerte, nur im Werk weiß das niemand und auch niemand scheint sich dafür zu interessieren. Noch nie war irgendjemand aus den anderen Bereichen des Werkes in der Endfertigung, um dem offensichtlichen Erfolg auf den Grund zu gehen und zu lernen. Der Leiter dieses so erfolgreichen Bereiches wird sogar als Querulant gesehen, den man besser entlassen sollte. Das passiert natürlich nicht, ganz im Gegenteil, die Geschäftsführerin geht dem Erfolg auf den Grund. Und lernt dabei erstaunliches, im Zusammenhang mit Arbeitseinstellung nach dem „Gung Ho!“ Prinzipien. (ausgesprochen gang ho)

Ja, was ist „Gung Ho!“ und warum ist die Endfertigung damit so erfolgreich? Der Terminus beschreibt eine positive Einstellung zum Leben und zur Arbeit. „Gung Ho!“ geht auf den indianischen Großvater des Leiters der Endfertigung, unserem Haupthelden im Buch zurück. Anhand von Naturbeobachtungen hat der Großvater 3 zentrale Prinzipien für die Unternehmensführung entwickelt und weitergegeben:

  • Der Geist des Eichhörnchen – sinnvolle Arbeit
  • Der Weg des Bibers – selbst bestimmen, wie das Ziel zu erreichen ist
  • Das Geschenk der Gans – andere begeistert anfeuern

Die Wörter „Gung Ho!“ scheinen ja so gar nicht zu Eichhörnchen, Bibern und Gänsen zu passen – doch offensichtlich passte der Begriff zum Großvater des Haupthelden. Dieser war Soldat im Ersten Weltkrieg und verwendete danach häufig militärische Ausdrücke. Er sagte, dass „Gung Ho!“ der chinesische Ausdruck für Zusammenarbeit sei und zur Parole für die Carlson’s Raiders während des Zeiten Weltkrieges geworden war. Die Carlson’s Raiders waren für ihren Enthusiamus, ihr Teamwork und ihre ausgezeichneten Leistungen bekannt. Das Buch wurde mit Randolph Scott und Robert Mitchum verfilmt, und seitdem ist „Gung Ho!“, welches einen grenzlosen Enthusiasmus, Energie und Hingabe an eine Aufgabe bezeichnet, fest im amerikanischen Englisch verankert. [2]

Die Wörter „Gung Ho!“ scheinen ja so gar nicht zu Eichhörnchen, Bibern und Gänsen zu passen – doch offensichtlich passte der Begriff zum Großvater des Haupthelden. Dieser war Soldat im Ersten Weltkrieg und verwendete danach häufig militärische Ausdrücke. Er sagte, dass „Gung Ho!“ der chinesische Ausdruck für Zusammenarbeit sei und zur Parole für die Carlson’s Raiders während des Zeiten Weltkrieges geworden war. Die Carlson’s Raiders waren für ihren Enthusiamus, ihr Teamwork und ihre ausgezeichneten Leistungen bekannt. Das Buch wurde mit Randolph Scott und Robert Mitchum verfilmt, und seitdem ist „Gung Ho!“, welches einen grenzlosen Enthusiasmus, Energie und Hingabe an eine Aufgabe bezeichnet, fest im amerikanischen Englisch verankert. [2]

Über den „Geist des Eichhörnchens“ sagt uns „Gung Ho!“: Eichhörnchen sammeln in guten Zeiten und sorgen für schlechte Zeiten vor. Dafür arbeiten sie sehr hart, da es sich beim Sammeln von Nüssen um eine sehr wertvolle Arbeit handelt. Ohne das Sammeln von Nüssen würden die Eichhörnchen den Winter nicht überleben. Dabei sammeln sie die Nüsse nicht nur für sich selbst, sondern für die gesamte Gemeinschaft. Vom „Geist des Eichhörnchens“ lassen sich drei Dinge für die Unternehmensführung ableiten:

  • Jeder Mitarbeiter muss erkennen, wie wichtig seine eigene Arbeit für das gemeinsame Ganze ist.
  • Dazu brauchen die Mitarbeiter ein gemeinsames Ziel, auf das sie hinarbeiten können.
  • Es sind bestimmte Werte festzulegen, nach denen sich alle Pläne, Entscheidungen und Aktionen richten. Diese Werte sind dazu da, bei der Zielerreichung Sinn zu stiften und für eine positive Einstellung zu sorgen.

Über den „Weg des Bibers“ sagt uns „Gung Ho!“: Jeder Biber besitzt ein gehöriges Maß an Selbstbestimmung, er entscheidet, wie die Arbeit erledigt wird. Biber arbeiten wie selbstständige Unternehmer. Biber tun, was sie selbst für richtig halten, und nicht weil es Ihnen jemand aufgetragen hat. Dabei hat der Biber praktisch den perfekten Biberdamm im Hirn, er braucht noch einen Fluss und Holz dazu. Der „Weg des Bibers“ gibt uns folgendes mit:

  • Es wird ein Rahmen benötigt, welcher durch Ziele und Werte bestimmt ist, ebenso wie die Positionen der Spieler. Die Freiheit eines jeden, die Führung zu übernehmen, kommt aus dem Wissen, wofür man zuständig ist.
  • Ein Gefühl der Eigenverantwortlichkeit kann jemand nur dann entwickeln, wenn die Organisation unterstützt und der Einzelne geschätzt wird. Ebenso wichtig ist der uneingeschränkte Zugang zu Informationen.
  • Die Leistungserwartungen müssen im Rahmen der Fähigkeiten jedes Einzelnen liegen, ambitioniert und erreichbar sein. Jeder soll angeregt werden, das Beste aus sich herauszuholen und gleichzeitig dazu angeregt werden, mehr zu lernen und Neues auszuprobieren.

Über das „Geschenk der Gans“ sagt uns „Gung Ho!“: Gänse veranstalten während des Fluges eine Menge Lärm und schnattern sich dabei gegenseitig an. In der v-förmigen Flugformation gibt es keine Leitgans, jeder muss einmal nach vorn fliegen und die Führung übernehmen. Wenn man die Gänse beobachtet, scheint dies fast vollautomatisch zu gehen. Während der Flüge feuern sich die Gänse gegenseitig an – das ist das „Geschenk der Gans“:

  • Echtes Lob und Anerkennung sind für die Mitarbeiter wichtig. Es muss vorbehaltlos erfolgen und Begeisterung auslösen. Damit soll eine klare Nachricht vermittelt werden – nämlich, du bist gut, du kannst das, ich traue Dir. Das Loben im Sinne von Anfeuern erfolgt nicht nur durch die Führungskraft, sondern durch alle Mitarbeiter.
  • Es sollten Möglichkeiten zum Feiern geschaffen werden als Anerkennung für erzielte Erfolge und geleistete Fortschritte. Die Anerkennung motiviert die Mitarbeiter, weiterhin auf ihre Ziele hinzuarbeiten.
  • Begeisterung entsteht nur aus dem Zusammenspiel von fairer Bezahlung und Lob. Die faire Bezahlung ist ein wichtiger Hygienefaktor.

Wichtig ist auch noch, dass die Einführung einer „Gung Ho!“ Orientierung im Organisationen Zeit erfordert und nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann. Es ist ein Prozess. Und alte Gewohnheiten ändern sich erst, indem sie durch neue Gewohnheiten ersetzt werden.

[1] gefunden hier am 06.10.2014: http://www.amazon.de/Gung-Ho-jedes-H%C3%B6chstform-bringen/dp/3499614790

[2] vgl. Ken Blanchard, Sheldon Bowles: Gung Ho! Wie Sie jedes Team in Höchstform bringen,  S. 69f.

Autorin: Dorette Dülsner

Bildnachweis: Pixabay Bild birds-46644