Ohne Ahnung geht es nicht!

Ohne Ahnung geht es nicht!

Ein erfolgreicher Trainer muss über Kompetenzen verfügen, die ihm eine erfolgreiche Arbeit ermöglichen. Das wichtigste zu Beginn – ohne Ahnung von der zu trainierenden Materie scheitert selbst der mit allen anderen Kompetenzen ausgestattete Trainer grandios.

Daher ist die Grundlage jedes Erfolges zunächst einmal die Feldkompetenz – bestehend aus den spezifischen Sach- und Fachkenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die durch Erfahrung in einem bestimmten Arbeit-/Tätigkeitsfeld erworben worden sind. Das heißt, dass ein Trainer im thematischen Kontext seines Auftraggebers und seiner Teilnehmer über grundlegendes Orientierungswissen verfügt und es im Sinne des Lernziels anwendet. Je konkreter die Feldkompetenzen des Trainers im Zusammenhang zum Trainingsthema, zum (unternehmerischen) Kontext des Auftraggebers und im Kontext der Teilnehmer verfügbar sind, desto stärker kann ein Trainer von Anfang an im Bezugsrahmen des beauftragenden Unternehmens und seiner Trainings-Teilnehmer agieren.

Die weiteren Kernkompetenzen umfassen die Didaktische Kompetenz, Methodenkompetenz, Medienkompetenz, Durchführungskompetenz, Rhetorik und Ausdrucksfähigkeit, Transferkompetenz.

Im Rahmen seiner didaktischen Kompetenz

  • konzipiert der Trainer Trainingseinheiten auf der Grundlage einer professionellen Bedarfsanalyse transfer- und erfolgsorientiert,
  • formuliert der Trainer Lernziele und plant Lernzielkontrolle ein,
  • plant der Trainer adäquate und vielfältige Methoden, Sozialformen und Medien ein,
  • setzt der Trainer Prioritäten bei der Stoffauswahl,
  • berücksichtigt der Trainer die verschiedenen Lerntypen und bietet entsprechende Lernmöglichkeiten auch zum selbstgesteuerten Lernen,
  • ist der Trainer flexibel in Stoffumfang und Zeit,
  • passt der Trainer bestehende Seminarkonzepte kunden- und bedarfsgerecht an,
  • initiiert und begleitet der Trainer Beratungsprozesse auf der Grundlage einer professionellen Bedarfsanalyse, Transfersicherung und Erfolgskontrolle.

Im Rahmen seiner Methodenkompetenz

  • geht der Trainer sicher mit einer Vielzahl von Methoden um,
  • setzt der Trainer die für die Erreichung des Lernziel effektivsten Methoden und Sozialformen flexibel und situationsgerecht ein,
  • setzt der Trainer gezielt Methoden zur Aktivierung und Motivation der Teilnehmer ein,
  • nutzt der Trainer Methoden, die teamorientiertes Lernen fördern,
  • setzt der Trainer auch ungewöhnliche und kreative Methoden ein,
  • setzt der Trainer Medien und Methoden der Moderation ein, um Lernprozesse zu begleiten.

Im Rahmen seiner Medienkompetenz

  • geht der Trainer sicher mit verschiedenen traditionellen und neuen Medien um,
  • setzt der Trainer Medien lernzielorientiert ein,
  • integriert der Trainer Selbstlernmedien,
  • erstellt der Trainer verständliche und lerngerechte Visualisierungen, die dem Teilnehmerkreis gerecht werden,
  • überarbeitet der Trainer bestehende Materialien bedarfsgerecht,
  • stellt der Trainer Anschauungsmaterial aus der Praxis bereit,
  • erstellt der Trainer verständliche Teilnehmerunterlagen, die auf den Gebrauch in der Praxis ausgerichtet sind.

Im Rahmen seiner Durchführungskompetenz

  • schafft der Trainer ein optimales Lernumfeld nach pädagogischen und ergonomischen Gesichtspunkten und sorgt für eine störungsfreie Lernatmosphäre,
  • sorgt der Trainer bei weniger optimalen Bedingungen kurzfristig für Alternativen oder improvisiert,
  • ist der Trainer teilnehmerorientiert und bezieht die Teilnehmer so weit wie möglich in die Gestaltung des Seminars ein,
  • analysiert der Trainer und steuert Gruppenprozesse.

Im Rahmen seiner rhetorischen Kompetenz

  • drückt der Trainer sich verständlich und anschaulich aus,
  • passt der Trainer sich sprachlich an das Niveau der Gruppen an,
  • moduliert und variiert der Trainer in der Sprache,
  • setzt der Trainer Körpersprache kontrolliert und differenziert ein.

Im Rahmen seiner Kompetenz für den Lerntransfer (Transferorientierung)

  • sichert der Trainer den Transfer vor, während und nach der Maßnahme,
  • vereinbart der Trainer Ziele mit Kunden,
  • setzt der Trainer gezielt Erfolgskontrollen ein,
  • entwickelt und vereinbart der Trainer geeignete Transfermaßnahmen nach der Durchführung und bindet Führungskräfte als Transfercoach mit ein.

Autor: Dorette Dülsner

Bildnachweis: Pixabay owl-47526_1280